Erfahrungsbericht Anne

Erfahrungsbericht Schwangerenvorsorge

Wir wollten ein zweites Kind der Zeitpunkt war perfekt und wir haben es einfach drauf angelegt.

Bevor ich jedoch den Gedanken an einen Schwangerschaftstest fassen konnte, musste ich wegen einer Scheideninfektion zur Frauenärztin (Frau XY). Mir wurden verschiedene Antibiotika verschrieben für den Fall, dass ich schwanger oder eben nicht schwanger war. Ein Test in der Praxis hatte zudem Zeitpunkt noch keinen Sinn, ich sollte mir einen Schwangerschaftstest kaufen und in Abhängigkeit davon das Antibiotikum auswählen. Ergebnis: nicht schwanger

Als nach einer Woche immer noch keine Regel einsetzte wiederholte ich den Test: positiv, setzte die Antibiotika nach einer telefonischen Beratung mit der Frauenärztin ab und holte mir einen Termin zur Feststellung der Schwangerschaft. Dieser Termin verlief sehr angenehm, zusätzlich zum deutlichen Herzschlag (trotz der Medikamente) fühlte ich mich bezüglich der Pränataldiagnostik gut beraten und in meiner Ablehnung diesbezüglich verstanden.

Die Suche nach einer Hebamme ging schnell. Glücklicherweise hatte Katarina, eine der Hebammen der Hebammenpraxis Bellabauch Zeit, die Nachsorge zu übernehmen. Im Vorgespräch mit ihr war zunächst noch unsicher wie sich die Vorsorge gestalten sollte. Bis zur 13. Ssw wollte ich erst mal auf jeden Fall bei der Ärztin bleiben um immer den Herzschlag sehen zu können, da ich schon von meiner 1. Schwangerschaft wusste, dass da immer ein Ultraschall gemacht wird.

In der 13. Ssw sprach ich mit Frau XY darüber, dass ich für die weiteren Vorsorgetermine gerne zur Hebamme gehen und nur die Pflichtultraschallterminebei ihr wahrnehmen wolle. Sie meinte das wäre grundsätzlich kein Problem, sie hätte aber gerne die Frauen bis zur 20. Ssw bei sich. Ich war enttäuscht, hab mich aber nach ihr gerichtet.

21. Ssw: es wurden wieder irgendwelche Bakterien festgestellt, die mit Fluomizin bekämpft werden sollten und zeitgleich ein verkürzter Muttermund von 33 mm Länge. Keine Chance ich durfte nicht zu Katarina in die Vorsorge, sollte eine Woche später nochmal kommen zur Kontrolle bei der es keine Veränderung gab. Also ging es bei der Frauenärztin weiter. So langsam war ich ziemlich genervt und auch gelangweilt von dem permanenten Ultraschall, vom vaginalen Ultraschall und dieser permanenten Vermesserei vom Kind.

25. Ssw: der Muttermund war bei 40 mm! Ich war begeistert und wollte jetzt endlich zu Katarina, was wieder nicht ging, weil ja der nächste große Ultraschall um die 30. Ssw anstand.

30. Ssw: ein Dienstag - der letzte große Ultraschall ich hatte schon längst keine Lust mehr darauf und diesmal waren zusätzlich die Daten nicht mehr im Normbereich. Die Harnblase des Kindes und irgendein Ventrikel waren zu groß. Außerdem war das Kind zu dünn. Ich hab erst mal gar nicht reagiert die Frauenärztin rief sofort bei der Feindiagnostik an und machte einen Termin für Freitag. Beim Nachhausefahren ist mir langsam klar geworden, was das ganze bedeuten kann. Ich rief Katarina an, die mir bezüglich der Harnblase weiterhelfen konnte und meinte das sei nix schlimmes, bezüglich der Ventrikel wusste sie nichts. Beim googeln nach vergrößerten Ventrikeln erschien als allererstes der Begriff Wasserkopf ich hab den Rechner sofort wieder ausgemacht. Bis auf mit meinem Freund hab ich mit niemandem drüber geredet. Der war erstaunlich gelassen, meinte schauen wir mal und irgendwie kriegen wir das schon hin.

Freitag: ich hab mich in der Praxis der Feindiagnostik als Fremdkörper gefühlt. Alles total schick, im Wartezimmer bequeme Sessel immer zu zweit zusammengestellt, aufgeregte Pärchen. Der Arzt hat mich gefragt, ob er mir Bescheid geben soll, wenn er Hinweise für Trisomie sieht Nein! Nur wenn er was sieht was dazu führt ,dass ich nicht wie geplant im Diako entbinden kann. Im Untersuchungsraum eine Liege vor einem riesigen Bildschirm. Rumdrücken auf dem Bauch mit dem Ultraschallkopf, er versuchte das Kind zum Pullern zu bekommen, rote und blaue Ströme mir war das völlig egal. Am Ende war der Ventrikel im Normbereich und das Kind soweit gesund.

Ich rief bei Frau XY an und wollte den nächsten Vorsorgetermin bei Katarina das war ok, aber ich sollte 2 Wochen später wieder zu Frau XY kommen, da das Kind ja beim letzten Ultraschall etwas zu leicht gewesen war.

34. SSw: die Vorsorge bei Katarina in der Hebammenpraxis war herrlich. Sie hat mit ihren Händen den Bauch und das Kind untersucht, hat erklärt was und warum sie das macht und ganz viel gefragt (Kindsbewegungen etc.). Hat sich Zeit genommen und alle meine Fragen beantwortet, hat mir erklärt woran man merken würde, dass das Kind unterversorgt ist. Ich hatte ein richtig gutes Gefühl während und nach der Untersuchung und hatte endlich mal den Eindruck einen normalen Schwangerschaftsverlauf zu haben.

36. Ssw: Frau XY wertete kurz den Brief von der Feindiagnostik aus. Dann machen sie sich mal frei und wir schauen nochmal wie es Ihrem Kind geht.“ – „Bitte nicht!Ich hab ihr versucht zu erklären, welche Belastung diese Untersuchungen für mich sind. Ich hab eine Überweisung ins Diako bekommen mit dem Vermerk: Patientin verweigert Ultraschall. Mir egal - ich wollte nur noch meine Ruhe.

38. Ssw: ich bin zu Katarina gegangen. Und hier war wieder alles in Ordnung. Kurz danach war ich zur Anmeldung im Diako. Die fanden unser Vorgehen voll in Ordnung und wollten auch keine Untersuchungen durchführen, da ich das nicht nötig fand. Da Frau XY im Urlaub war, hat Katarina auch die nächsten Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Endlich konnte mein Bauch und das Kind in Ruhe weiter wachsen.

41./42. Ssw: Da ich schon über dem Termin war hat mich Katarina zur Untersuchung des Fruchtwassers dann wieder zu Frau XY geschickt. Magdalena kam dann schließlich 8 Tage über dem Termin nach einer tollen Entbindung, völlig gesund mit 3500 g zur Welt.

Eigentlich ist kein 3. Kind geplant, aber wenn doch, dann mit einer anderen Frauenärztin und noch mehr Vorsorgeuntersuchungen, die von Hebammen durchgeführt werden. 

Eure Anne